Einleitung
Viele Menschen erfahren erst sehr spät, dass der Versorgungsausgleich auch nach dem Tod der geschiedenen Person weiterwirken kann.
Gerade in einer emotional belastenden Situation stellt sich oft die Frage:
➡️ Was muss ich jetzt tun?
➡️ Welche Anträge sind möglich?
➡️ Welche Fristen darf ich nicht verpassen?
Diese Checkliste soll Betroffenen helfen, strukturiert und rechtzeitig vorzugehen.
- Sterbeurkunde sichern
Auch wenn es selbstverständlich klingt:
➡️ Ohne offizielle Sterbeurkunde läuft nichts.
- mehrfach kopieren
- bei DRV und ggf. Gericht einreichen
- Rentenbescheid genau prüfen
Betroffene sollten den eigenen Rentenbescheid heraussuchen und prüfen:
- Wird eine Kürzung ausgewiesen?
- Steht dort „Versorgungsausgleich“?
- Seit wann läuft diese Kürzung?
Oft sind die Beträge über Jahre erheblich.
- Versorgungsausgleich-Unterlagen sammeln
Wichtige Dokumente:
- Scheidungsbeschluss
- Beschluss zum Versorgungsausgleich
- damalige Berechnungen
- Schriftverkehr mit Rentenversicherung
Alles in einem Ordner sammeln.
- Prüfen: Gibt es grundsätzlich eine Rückführung?
Viele Betroffene hoffen, dass nach dem Tod automatisch alles endet.
Leider gilt oft:
➡️ §37 VersAusglG schließt eine Rückabwicklung häufig aus.
Trotzdem sollte man den Vorgang prüfen lassen, denn Ausnahmen sind möglich.
- Antrag schriftlich stellen (auch wenn er abgelehnt wird)
Wichtig ist:
✅ immer schriftlich arbeiten
✅ nicht nur telefonisch fragen
Ein einfacher Antrag reicht:
„Ich beantrage die Prüfung, ob der Versorgungsausgleich nach dem Tod der Berechtigten aufgehoben oder angepasst werden kann.“
Auch eine Ablehnung ist später wichtig für weitere Schritte.
- Entgeltpunkte kontrollieren lassen
In meinem Fall stellte das Gericht fest, dass Entgeltpunkte fehlten.
Deshalb gilt für alle Betroffenen:
➡️ Rentenkonto überprüfen:
- Sind alle Zeiten erfasst?
- Wurden Punkte korrekt übertragen?
- Gibt es Fehler seit der Scheidung?
Die DRV muss Auskunft geben.
- Auf Stichtage achten
Ein entscheidender Punkt ist oft:
- Korrektur erst ab einem bestimmten Datum
- nicht rückwirkend
Betroffene sollten bei Gericht oder DRV genau fragen:
➡️ Warum gilt ein Stichtag?
➡️ Ab wann wird korrigiert?
➡️ Welche Rechtsmittel gibt es?
- Fristen ernst nehmen
Wichtig:
- Bescheide haben meist 1 Monat Widerspruchsfrist
- gerichtliche Beschlüsse ebenfalls Fristen
Wer zu lange wartet, verliert Möglichkeiten.
- Ombudsmann oder Beschwerdestellen nutzen
Wenn das normale Verfahren scheitert, bleibt oft:
- Ombudsmann der Deutschen Rentenversicherung
- Petition
- öffentliche Aufmerksamkeit
Gerade bei offensichtlichen Ungerechtigkeiten kann das entscheidend sein.
- Austausch mit anderen Betroffenen
Viele Betroffene fühlen sich allein.
Es hilft enorm:
- Erfahrungen zu teilen
- gemeinsam Petition zu starten
- Reform anzustoßen
Ich unterstütze Betroffene gerne bei der Strukturierung und Formulierung.
Fazit
Der Versorgungsausgleich ist ein komplexes Thema – besonders nach dem Tod der berechtigten Person.
Diese Punkte helfen, die nächsten Schritte geordnet anzugehen:
✅ Unterlagen sammeln
✅ Rentenbescheid prüfen
✅ Anträge schriftlich stellen
✅ Entgeltpunkte klären
✅ Fristen beachten
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