Als meine frühere Partnerin starb, war ich zunächst einfach nur im Schock.

Man funktioniert irgendwie.
Man erledigt Dinge.
Man versucht, wieder Alltag zu finden.

Und man denkt:
Jetzt ist wenigstens Ruhe.

Doch das war ein Irrtum.

Denn obwohl der Versorgungsausgleich eigentlich ein Ausgleich zwischen zwei lebenden Menschen sein soll, lief die Rentenkürzung einfach weiter.

Ich habe zuerst gar nicht verstanden, was das bedeutet.

Ich war betroffen – aber niemand sprach darüber.


Drei Monate Stillstand

Die ersten drei Monate passierte gar nichts.

Keine Information.
Keine Erklärung.
Kein „Jetzt endet die Kürzung“.

Nur dieser stille Zustand, in dem man merkt:
Da läuft etwas weiter, obwohl es eigentlich keinen Sinn mehr ergibt.

Ich habe gewartet.
Wie viele wahrscheinlich warten würden.


Im Januar kam mir die Idee

Erst im Januar kam mir plötzlich ein Gedanke:

Ich schreibe die Deutsche Rentenversicherung an.

Nicht als Protest.
Nicht als Kampagne.

Sondern einfach als Mensch, der wissen will:

Warum wird meine Rente weiter gekürzt, obwohl niemand mehr Leistungen bekommt?


Die Absage kam schnell

Die Antwort kam – und sie war ernüchternd.

Im Grunde hieß es:

Das bleibt so.

Keine echte Prüfung.
Keine Gerechtigkeitsfrage.
Nur ein Verweis auf Vorschriften.

Da wurde mir klar:

Ich bin nicht nur traurig –
ich bin auch in einem System gelandet, das einfach weiterläuft.


Und dann kam das Scheidungsgericht

Kurz danach wurde die Sache größer.

Denn plötzlich war nicht mehr nur die DRV zuständig.

Dann kam das Scheidungsgericht ins Spiel.

Und damit wurde klar:

Das ist kein Einzelfall.
Das ist ein strukturelles Problem.

Eine Rentenkürzung, die weiterläuft, obwohl der ursprüngliche Zweck längst weggefallen ist.


Warum ich darüber schreibe

Ich schreibe das hier nicht, um Mitleid zu bekommen.

Ich schreibe es, weil ich überzeugt bin:

So sollte ein Rechtsstaat mit Betroffenen nicht umgehen.

Der Alltag nach einem Todesfall ist schwer genug.

Eine lebenslange Kürzung, die einfach weiterläuft, macht es noch schwerer.

Darum habe ich begonnen, mich zu wehren.
Darum gibt es diese Petition.
Und darum gehört dieses Thema in die Öffentlichkeit.


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